Mitgliedschaft
Insbesondere Selbständige (mit Ausnahme von Landwirten), Freiberufler, Künstler und Beamte steht der Weg in die private Krankenversicherung unabhängig von ihrem Einkommen offen. Arbeitnehmer und Angestellte können sich privat krankenversichern, sobald sie das dritte Jahr in Folge die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten haben.
  • Haben sich Arbeitnehmer eine private Krankenversicherung abgeschlossen, erhalten sie von ihrem Arbeitnehmer wie gesetzlich Versicherte auch einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent des Monatsbeitrages. Die Höchstgrenze des Zuschusses entspricht dem der gesetzlichen Krankenversicherung (im Jahr 2015 liegt er bei maximal 301,13 Euro; er wird jährlich angepasst).
  • Beamte sind von der Versicherungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung befreit. Als Beihilfeberechtigte erhalten Beamte im Krankheitsfall einen Beihilfe für die entstehenden Kosten, die zwischen 50 und 80 Prozent liegen kann und schriftlich mit Vorlage der beglaubigten Rechnungskopien beantragt werden muss. Ein Beamter kann solche Beihilfen nicht nur für sich selbst, sondern auch für seinen Ehepartner und für seine Kinder beantragen, sollten diese einmal erkranken. (Im Übrigen gilt seit dem 14.02.2009 die neue Bundesbeihilfeverordnung. Einige Länder übernehmen diese unverändert, andere Bundesländer haben eine eigene Beihilfeverordnung erstellt.)
    Da die Beihilfe die Krankheitskosten nicht zu 100 Prozent abdeckt, müssen Beamte die restlichen Kosten über eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung oder einer privaten Krankenversicherung absichern. Entscheiden sich Beamte für die gesetzliche Krankenversicherung, zahlen sie Festbeiträge, die unabhängig vom Einkommen erhoben werden. Vielmehr richtet sich die Beitragshöhe danach, wie alt sie sind, welcher Mitgliedergruppe sie angehören (u.a. abhängig vom Dienstgrad) und ob Familienmitglieder mitversichert sind. Da sie für die gesetzliche Krankenversicherung keinen Arbeitgeberanteil erhalten, zahlen Beamte den Versicherungsbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung in voller Höhe. Wer sich als Beamter für eine private Krankenversicherung interessiert, dem stehen vielfältige Tarife zu Auswahl, die zumeist günstiger ausfallen als die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Oft bieten die privaten Krankenversicherungsunternehmen spezielle Beamtentarife an.
  • Freiberufliche Künstler, Journalisten und Publizisten können über die Künstlersozialkasse auch den gesetzlichen Versicherungsschutz erhalten.
  • Diejenigen, die in keinem Arbeitsverhältnis stehen, können sich über ihren privat versicherten Ehegatten mitversichern lassen.
  • Eine private Krankenversicherung lohnt sich besonders für berufstätige Ehepaare ohne Kinder und gut verdienende Alleinstehende. Allerdings sollten Sie sich über Ihre Familienplanung im Klaren sein.
  • Für Frauen ist die private Krankenversicherung teurer als für Männer, da sie eine längere Lebenserwartung haben. Aufgrund des Gleichstellungsgesetzes müssen die privaten Krankenversicherungen die Kosten für Schwangerschaftsbetreuung und Geburt auf beide Geschlechter gleichmäßig verteilen.
  • Für Personen, die einen gefährlicheren Beruf nachgehen, werden Risikozuschläge erhoben.
Bestimmte Vorerkrankungen können mit Risikozuschlägen oder Leistungsstaffelung und -ausschlüssen verbunden sein.
Ungeeignet ist die private Krankenversicherung für diejenigen, die öfters unter gesundheitlichen Problemen leiden. Auch wer sich Kinder wünscht, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung besser aufgehoben, da private Krankenversicherungen keine kostenlose Mitversicherung von Kindern anbieten und zusätzliche Beiträge von ca. 100 Euro pro Kind verlangen.



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