Krankenzusatzversicherung
Eine Krankenzusatzversicherung richtet sich an gesetzlich Versicherte, die von einer Krankenversicherung mehr erwarten, als die gesetzliche Grundabsicherung zu erfüllen vermag. Sie wird in heutigen Zeiten besonders wichtig, in denen die gesetzliche Krankenversicherung immer mehr Leistungen aus ihrem Katalog streicht.
Sie bleiben weiterhin gesetzlich versichert, schließen aber mit einem privaten Krankenversicherungsunternehmen eine ergänzende Zusatzversicherung ab, die Sie nach Ihren eigenen Bedürfnissen und Preisvorstellungen gestalten können.
Wählen Sie aus einem breit gefächerten Angebot die Leistungs-Bausteine und Tarifkombinationen aus, die Ihren Vorstellungen am besten entsprechen. Allerdings sollten Sie Paketangebote daraufhin prüfen, ob für Sie die darin angebotenen Leistungen überhaupt interessant sind. Oft werden Leistungsstaffelungen angeboten, die die Höhe Ihres Beitrags beeinflussen und somit auch Ihren finanziellen Vorstellungen entgegenkommen.
Welche Zusatzversicherungen die einzelnen Versicherungsunternehmen anbieten, finden Sie hier. Allgemein können solche Krankenzusatzversicherungen für Sie folgende Leistungen übernehmen:

ambulante Behandlung

  • Kostenerstattung für Sehhilfen
  • Kostenerstattung für Medikamente, Praxisgebühr u.a.
  • Kostenerstattung für Heil- und Hilfsmittel
  • Behandlungen mit Naturheilverfahren (z.B. Akupunktur), beim Heilpraktikern
  • freie Arztwahl

Krankenhausbehandlung

  • Chefarztbehandlung
  • Ein-Bett- oder Zwei-Bett-Zimmer
  • Krankenhaustagegeld:
    Zur Deckung etwaiger Zusatzkosten, die sich aus einem längeren Krankenhausaufenthalt für Sie und Ihre Familienangehörige ergeben. Zu nennen sind hier beispielsweise die Fahrtkosten für Besuche im Krankenhaus oder die Einstellung einer Kinderbetreuung bzw. Pflegekraft. Mit dem Krankenhaustagegeld können Sie auch die Unterbringungspauschale des Krankenhauses begleichen, wenn Sie während einer längeren Behandlungszeit Ihres Kindes mit im Krankenhaus wohnen wollen. Ist Ihre Unterbringung im Krankenhaus jedoch medizinisch notwendig, erhebt das Krankenhaus keine solche Pauschale.
  • freie Krankenhaus- und Arztwahl

Zahnersatz

  • Kostenerstattung für Zahnersatz, Implantate und Inlays bis zu 100 Prozent

Krankentagegeld

Die Krankentagegeld-Versicherung ist dazu bestimmt, Verdienstausfälle im Krankheitsfall zu verhindern.

Für einige Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen ist sie sehr sinnvoll. Sie lohnt sich vor allem für gesetzlich versicherte Freiberufler, da diese seit dem 1. Januar 2009 von der gesetzlichen Krankenversicherung kein Krankentagegeld mehr erhalten.
Für Arbeitnehmer gilt: nach Ende der sechswöchigen Lohnfortzahlung bis zu 100 Prozent durch den Arbeitgeber übernimmt diese die gesetzliche Krankenversicherung, welche 70 Prozent des Brutto- bzw. 90 Prozent des Nettoeinkommens zahlt (für die mehrmalige Behandlung ein- und derselben Krankheit innerhalb von 3 Jahren zahlt die gesetzliche Krankenversicherung das Krankengeld für max. 78 Wochen/3 Jahre). Eine Krankentagegeld-Zusatzversicherung ist also für all diejenigen Arbeitnehmer sinnvoll, denen die Lohnfortzahlung durch die GK zur Bestreitung Ihres Lebensunterhaltes nicht genügt. Die Krankentagegeld-Versicherung zahlt Ihnen dann den fehlenden Betrag bis zu Ihren 100 prozentigen Nettoeinkommen.
Für Mitglieder der privaten Krankenversicherungen ist sie ein Muss, da beispielsweise Selbständige im Krankheitsfall zumeist auch keine Einnahmen mehr für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung stehen haben. Deswegen sollten Selbständige ihre monatlichen Lebenshaltungskosten berechnen und eine entsprechende Krankentagesgeldversicherung abschließen.

Pflegetagegeld

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt im Pflegefall unterschiedliche Leistungen, die sich nach der Pflegeart und Pflegestufe richten. Da ein Heimplatz für eine pflegebedürftige Person mehrere tausend Euro im Monat kostet, reichen die gesetzlichen Zahlungen jedoch oftmals nicht aus. Sobald das gesetzliche Pflegegeld nicht mehr zur Deckung der laufenden Pflegekosten ausreicht und auch das privaten Vermögen für die Bestreitung der restlichen Kosten fehlt, übernimmt die Sozialhilfe die überstehenden Kosten.

Da Kinder jedoch dazu verpflichtet sind, ihre pflegebedürftigen Eltern finanziell zu unterstützen, wird vor der Bewilligung der Sozialhilfe geprüft, wie viel sie hinzugeben können. Sobald also ein Familienmitglied der Pflege bedarf, können hohe finanzielle Belastungen für den Pflegebedürftigen selbst und seine näheren Angehörigen entstehen. Wer seinen Lebensstandard auch im hohen Alter nicht missen möchte, schließt am besten eine Pflegezusatzversicherung ab, die für die offenen Restkosten für die Pflege einsteht.

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