Zuzahlungen
Damit die gesetzliche Krankenversicherung bezahlbar bleibt, muss der Versicherte sich in bestimmten Fällen an den Kosten beteiligen. Nur Schwangere, Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sind von Zuzahlungen befreit (Ausnahme Zahnersatz und Fahrtkosten). 

Folgende Zuzahlungsregelungen bestehen seit 2004:
Arzneimittel
10 % des Apothekenabgabepreises, mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro*
Verbandmittel
wie oben*
Fahrkosten10 % der Fahrkosten, mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro je Fahrt*
Heilmittel10 % des Abgabepreises zzgl. 10 Euro je Verordnung*
Hilfsmittel10 % der Kosten des Hilfsmittels, mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro*
zu Verbrauch bestimmte Hilfsmittel
10 % der Kosten je Packung und maximal 10 Euro pro Monat
Krankenhausbehandlung10 Euro pro Kalendertag für höchstens 28 Tage
Ambulante Rehabilitations-Maßnahmen10 Euro pro Kalendertag
Stationäre Versorge- und Rehabilitations-
Maßnahmen
10 Euro pro Kalendertag
Anschlussrehabilitation10 Euro pro Kalendertag
Versorge- und Rehabilitations-Maßnahmen
für Mütter und Väter
10 Euro pro Kalendertag
*jeweils nicht mehr als die Kosten des Mittels
**vgl. die Ausführungen im Text zu den Besonderheiten

Quelle:  http://www.bmg.bund.de/krankenversicherung/arzneimittelversorgung/zuzahlung.html

Die Versicherten müssen ihre Zuzahlungen dokumentieren. Ein Quittungsheft hierfür erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse. Ist die Belastungsgrenze erreicht, ist die Krankenkasse zur Ausstellung eines Befreiungsscheins für das restliche Jahr verpflichtet.

Belastungsgrenze

Um die Versicherten jedoch nicht finanziell zu überfordern, gibt es eine Reihe von Einschränkungen und Befreiungsmöglichkeiten.
Als Belastungsgrenze wurden 2 Prozent des Familienbruttoeinkommens gesetzt. Hierfür spielt die Anzahl der Personen, die einem Haushalt angehören, eine wichtige Rolle, da für jedes Familienmitglied ein bestimmter Freibetrag vom Familienbruttoeinkommen abgezogen wird (15 Prozent für ersten Angehörigen, 10 Prozent für jeden weiteren). Es werden alle Arten von Zuzahlungen berücksichtigt, also auch solche für Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen.

Chronisch Kranke

Für chronisch Kranke gilt die geringere Belastungsgrenze von 1 Prozent der Jahresbruttoeinnahmen.
Als chronisch krank gilt, wer wegen ein und derselben Krankheit dauerhaft behandelt werden muss. Der Status wird von der Krankenkasse als gegeben anerkannt, wenn die Krankheit mindestens ein Jahr lang einmal pro Quartal der ärztlichen Behandlung bedurfte. Weiterhin muss eines der folgenden Kriterien gegeben sein:
  • es wurde für den Versicherten die Pflegestufe 2 bzw. 3 festgesetzt,
  • es wurde nach dem Schwerbehindertenrecht ein Behinderungsgrad von mindestens 60 Prozent festgestellt bzw. eine Erwerbsfähigkeitsminderung in gleicher Höhe gemäß des Unfallversicherungsrechtes,
  • es ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung notwendig, um eine lebensbedrohliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes, eine Verringerung der Lebenserwartung und/oder eine dauerhafte Verminderung der Lebensqualität zu verhindern.
Außerdem werden als Voraussetzungen für die Bewilligung der ermäßigten Belastungsgrenze von dem Versicherten ein therapiegerechtes Verhalten verlangt sowie die Teilnahme an Beratungen über die regelmäßigen Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen (bisher noch auf Darmkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs beschränkt).

Sozialhilfeempfänger

Für Sozialhilfeempfänger wird zur Festlegung der Belastungsgrenze ein Regelsatz von 347 Euro je Monat (4.164 Euro pro Jahr) angenommen.

 ZuzahlungsartZuzahlungshöhe
 Bei 1 % Zuzahlung (Chroniker)

41,64 Euro

 Bei 2 % Zuzahlung (Normalfall)

83,28 Euro

Zahnersatz

Für den Zahnersatz gilt eine besondere Überforderungsklausel. Ist ein Versicherter mit einer Zahnersatzversorgung finanziell unzumutbar belastet, hat er Anspruch auf einen so genannten doppelten Festzuschuss (Obergrenze), der im Rahmen der Regelversorgung an die tatsächlichen Kosten angepasst wird.




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