Unterschiede der Kassen
Die Leistungen für die Versicherten übernehmen die Krankenkassen, die sich aufteilen lassen in:
  • die allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK),
  • Innungskrankenkassen (IKK),
  • Betriebskrankenkassen (BKK),
  • Ersatzkassen (z.B. Barmer, DAK) und
  • die Knappschaft.
Die Zahl der Krankenkassen nimmt allerdings stetig ab. Gab es nach der Wende noch ca. 1.200 Kassen, zählte man im Juli 2007 nur noch 238 Kassen. Im Jahr 2013 waren es lediglich noch 132 Krankenkassen. Diese Entwicklung trägt vor allem dazu bei, dass die Verwaltungskosten gesenkt und das Gesundheitswesen entlastet wird.
Die Krankenkassen unterscheiden sich nicht hinsichtlich des Beitragssatzes oder der Grundleistungen, da diese gesetzlich festgeschrieben sind und die Kassen über den gesetzlichen Katalog hinaus keine weiteren Leistungen anbieten dürfen. Vielmehr gilt es bei der Wahl der richtigen Krankenkasse auf den Service, auf Präventionsangebote und Wahltarife zu achten. Möglicherweise helfen Ihnen beim Vergleichen der Kassen folgende Fragen:
  • Welche Wahltarife und Zusatzleistungen bietet die Krankenkasse an?
  • Welches Bonussystem passt am ehesten zu mir?
  • Welche Service-Leistungen sind für mich wichtig?
  • Wie gut fühle ich mich beraten?

Präventive Zusatzleistungen

Als präventive Zusatzleistungen können beispielsweise Kuren, Gesundheitskurse für Bewegung, Ernährung oder Stressbewältigung sowie spezielle Leistungen für werdende Eltern angeboten werden. Etwaige Sonderleistungen der Krankenkassen können sich aber auch auf die häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe beziehen.

Bonussysteme

Bonussysteme dienen in erster Linie dazu, das Gesundheits- und Kostenbewusstsein der Versicherten zu stärken. Da die gesetzlichen Krankenkassen völlig frei darin sind, wie sie ihre Bonussysteme gestalten, sollte man diesen viel Aufmerksamkeit widmen. In der Regel sind die oben beschriebenen Zusatzleistungen sowie regelmäßige Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen wesentlicher Bestandteil von Bonussystemen. Als finanzielle Anreize bieten sich den Krankenkassen vielfältige Möglichkeiten, die von Zuzahlungsermäßigungen über niedrigere Beiträge bis hin zu Beitragsrückerstattung reichen. Außerdem winken Ihnen möglicherweise Sachprämien oder kostenlose Gesundheitskurse.

Wahltarife

Gesetzlichen Krankenkassen müssen seit 2007 verschiedene Wahltarife für besondere Versorgungsformen anbieten (z.B. Hausarzttarif, integrierte Versorgung, besondere ambulante ärztliche Versorgung). Im Jahr 2009 kam für Selbständige der Krankengeldtarif hinzu. Auf freiwilliger Basis können Krankenkassen auch spezielle Tarife einrichten.

  • Hierzu zählen Tarife für besondere Therapierichtungen, die nicht Bestandteil der Grundversorgung sind (z.B. Homöopathie),
  • der Selbstbehalttarif (Der Versicherte verpflichtet sich zur Selbstbeteiligung an Behandlungskosten und erhält im Gegenzug eine jährliche Prämie in bestimmter Höhe.),
  • der Kostenerstattungstarif (Gegen einen zusätzlichen Beitrag erhalten die Versicherten medizinische Leistungen, wie sie sonst für private Krankenversicherungen üblich sind. Nehmen Sie diese in Anspruch, erhalten Sie vom behandelnden Arzt eine Rechnung, die sie zunächst selbst begleichen, den Betrag aber von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen.) oder
  • der Tarif für integrierte Versorgung (Abstimmung der Leistungen im Krankheitsfall mit allen behandelnden Ärzten).

Policen

Da die gesetzlichen Krankenkassen auch mit den privaten Krankenversicherungen zusammenarbeiten dürfen, haben sie die Möglichkeit, zusätzliche Krankenversicherungen für Sehhilfen, Naturheilverfahren, Chefarztbehandlung oder für ein 1-Bettzimmer während eines möglichen Krankenhausaufenthalts anzubieten.

Zuschlag oder Prämie?

Gesetzliche Krankenkassen dürfen einen Zusatzbetrag in Höhe von 1 Prozent des Gehalts erheben, wenn sie mit den Beiträgen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Im umgekehrten Fall dürfen gut wirtschaftende Krankenkassen an ihre Mitglieder Prämien von bis zu 1 Prozent des Beitragssatzes rückerstatten. Letzteres dürfte vor allem denen möglich sein, die einen hohen Anteil junger Mitglieder haben.




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