Mitgliedschaft

Wer ist in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert?

Pflichtversicherte

Mit der Gesundheitsreform von 2007 wurde eine allgemeine Versicherungspflicht eingeführt. Demnach muss jeder Bundesbürger bei einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung abgesichert sein. Personen ohne Versicherungsschutz müssen mit sehr hohen Nachzahlungen rechnen. So haben beispielsweise fünf Jahre ohne Versicherungsschutz einen Beitragsaufschlag in Höhe von 1500 Prozent zur Folge.

Zu der Gruppe der gesetzlich Pflichtversicherten gehören neben Arbeitnehmern auch Studenten, Auszubildende, Praktikanten, Rentner, Arbeitslose sowie Künstler und Publizisten gemäß des Künstlersozialversicherungsgesetzes. Alle Arbeitnehmer mit einem Monatseinkommen, das mehr als 450 Euro beträgt, sind automatisch pflichtversichert.

Freiwillig Versicherte

Sobald sie in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren die Versicherungspflichtgrenze (der Fachbegriff lautet Jahresarbeitsentgeltgrenze) überschritten haben, können Sie sich freiwillig gesetzlich versichern oder zu einer privaten Krankenversicherung wechseln. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird von der Bundesregierung jedes Jahr neu festgelegt. Für das Jahr 2017 gilt ein Jahresbruttoeinkommen von 57.600 Euro als Jahresarbeitsentgeltgrenze. Die Jahresarbeitsentgeltgrenzen der kommenden Jahre erfahren Sie von Ihrer Krankenkasse oder aus den Medien.

Familienversicherte

Für Kinder, Ehepartner und Partner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft besteht die Möglichkeit einer beitragsfreien Familienversicherung. Das monatliche Einkommen darf in diesem Fall höchstens 395 Euro (2014) bzw. bei geringfügig Beschäftigten höchstens 450 Euro betragen. Sollten sich die Lebensverhältnisse in wirtschaftlicher, finanzieller und familiärer Hinsicht ändern, muss dies der betreffenden Krankenkasse unverzüglich mitgeteilt werden.
Freiberufler können in die Familienversicherung aufgenommen werden, wenn sie ihre selbständige Tätigkeit nebenberuflich ausüben (keine angestellte Arbeitskraft, nicht mehr als 17 Arbeitsstunden pro Woche).
Endet Ihre Familienversicherung, müssen Sie sich rechtzeitig über die Sie betreffenden Zugangsvoraussetzungen zur gesetzlichen Krankenversicherung informieren (z.B. bestimmte Vorversicherungszeiten). Außerdem besteht eine Beitrittsfrist von 3 Monaten, die gleichzeitig eine Ausschlussfrist darstellt. Nach Ablauf der 3 Monate ist ein späterer Beitritt in die gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich ausgeschlossen.



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